Vitamin D Mangel erhöht Alzheimer Risiko bei älteren Menschen signifikant

Hört man "Vitamin D", denken die meisten Menschen wohl an gesunde Knochen, eventuell auch daran, dass dies das einzige Vitamin ist, das wir Menschen selbst herstellen können. Zumindest im Sommer, wenn genügend Sonne vorhanden ist, und diese nicht durch Sonnenschutzmittel der Stärke 50 komplett blockiert wird.

Die Tatsache, dass wir zwar die Fähigkeit zur Biosynthese von Vitamin C im Laufe der Evolution verloren haben und es über die Nahrung aufnehmen müssen, zeigt, welch fundamentale Bedeutung Vitamin D für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben muss. Hier überlässt die Natur nichts dem Zufall der Ernährung.

Jedenfalls nicht ausschließlich: Vitamin D kann auch über die Ernährung zugeführt werden. Und die Hinweise mehren sich, dass dies auch äußerst sinnvoll ist.

Ein Mangel an Vitamin D ist nicht so ungewöhnlich, wie man annehmen könnte. In einer US-amerikanischen Veröffentlichung1 aus dem Jahre 2011, diagnostizierten die Forscher bei über 70% der untersuchten mehr als 10.000 Teilnehmer, einen Plasmawert von unter 30 mg/ml. Einen Grenzwert, den andere Forscher lieber bei 50 mg/ml sehen würden.

Insbesondere ältere Menschen haben oft einen zu niedrigen Vitamin D Status. Sie gehen oftmals seltener aus dem Haus, verbringen weniger Zeit in der Sonne, bedecken ihre Haut vollständiger und nehmen weniger Vitamin D über ihre Ernährung zu sich.

Das verdoppelte Risiko

Altersdemenz und Alzheimer sind geradezu epidemieartig auf dem Vormarsch. Könnte der weitverbreitete Vitamin D Mangel hier eine wichtige, gar entscheidende Rolle spielen?

Dieser Frage gingen Prof. David Llewellyn von der University of Exeter Medical School und einige internationale Forscherkollegen nach. Untersucht2 wurden 1.658 Personen, die zum Zeitpunkt des Studienbeginns frei von Demenzsymptomen waren. Die Studienteilnehmer wurden 1992-3 und 1999 untersucht und ihre Plasma Vitamin D Werte festgehalten.

Über einen Zeitraum von 5.6 Jahren entwickelten 171 Teilnehmer Demenz, bei 102 von ihnen wurde Morbus Alzheimer (AD) diagnostiziert. 

Zur Überraschung von Prof. Llewellyn und seiner Kollegen war der Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin D Plasmawert und dem Risiko an Demenz oder AD zu erkranken, "doppelt so hoch, wie meine Kollegen und ich ursprünglich annahmen".

Dabei zeigte sich auch, dass das Demenzrisiko umso größer wurde, je geringer der Vitamin D Status der Teilnehmer war.

Natürlich bedeuten diese Ergebnisse nicht, dass ein zu niedriger Vitamin D-Wert Demenz hervorruft; allerdings ist der Zusammenhang so deutlich und statistisch signifikant, dass es zumindest wahrscheinlich ist, anzunehmen, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D Schutzwirkungen entfaltet.

Von Interesse ist auch ein Kommentar3 eines brasilianischen Kollegen zum Artikel, der auf Beobachtungen hinwies, wonach Schlafstörungen und Schlafdefizite ursächliche Auslöser von Vitamin D Mangel sein könnten.

Zusätzliche Supplementierung

In einer Zeit, in der vor den schädlichen Wirkungen intensiver Sonnenstrahlung von Hautärzten weltweit gewarnt wird, in der Sonnenschutzcremes und -lotionen mehr und mehr durch Sonnenblocker mit Lichtschutzfaktoren von 50, 60 bis hin zu 80 angeboten und verwendet werden, kommt einer Aufnahme von Vitamin D3 über die Nahrung eine immer größere Bedeutung zu.

Dabei werden von Verbrauchern oftmals vegetarische oder vegane Quellen bevorzugt.

Neben traditionellen Lebensmitteln, wie z.B. Fettfischen, Eiern, Innereien, werden z.B. auch Margarinen oft mit Vitamin D angereichert.

Als neuartige Möglichkeit der Supplementierung bieten sich Nahrungsergänzungen an. Hier hat ein österreichischer Produzent Pionierarbeit geleistet, in dem er Buchweizen- keime mit Vitamin D3 "gefüttert" hat. Im Keimungsprozess wird das angebotene D3 aufgenommen und im Keimling eingearbeitet. Nach dem Keimungsprozess kann der Vorgang beendet werden und man erhält ein standardisiertes Vitamin D Produkt, das mit 10.000 i.U./g leicht in Nahrungsergänzungen verwendet werden kann und das auch für Veganer und Vegetarier geeignet ist.

Zusammenfassung

Vitamin D ist lebensnotwendig und erfüllt eine Vielzahl von Funktionen im Körper.

Neben den traditionell bekannten Funktionen bei der Kalziumverwertung im Knochenge- webe, werden immer neue Schutzfunktionen des Vitamin D bekannt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Bedeutung von Vitamin D3 als Schutz vor mentalen Degenera-tionsprozessen, wie Demenz und Alzheimer.

Gerade ältere Menschen leiden oft unter einem ausgeprägten Vitamin D Mangel. Das Risiko, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken, ist für Menschen mit einem niedrigen D3 - Status mehr als doppelt so hoch, wie für normal Versorgte.

Geringe Sonnennutzung bzw. starker UV-Schutz (z.B. durch sun blocker), vegane oder vegetarische Ernährung oder auch Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum können zu einer Vitamin D3 Unterversorgung und -Mangel führen.

Abhilfe schaffen Spaziergänge im Sonnenlicht mit möglichst großflächiger Hautexposition oder eine vermehrte Aufnahme von D3 über die Nahrung.

Eine neue, alternative Form der Supplementierung bietet eine Entwicklung aus Österreich, die Vitamin D3 in Buchweizenkeimlingen aufnehmen lässt und als Nahrungs-ergänzung anbietet.

Sarnen, 25.05.2014


1Vacek, JL et al.: Vitamin D deficiency and supplementation and relation to cardiovascular health. Am J Cardio, vol 109(3), p 359-63, 2012

2Littlejohns, TJ, Llewellyn, DJ et al.: Vitamin D and the risk of dementia and Alzheimer disease. Neurology, Published online ahead of print, doi: 10.1212/WNL.0000000000000755

3Tufik, S et al.: Disturbed sleep: the trigger for vitamin D deficiency? Published online ahead of print, doi: 10.1212/WNL.0000000000000755

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